6. Klasse ~1~

Heute abend ging es mit Frauchen wieder auf den Hundeplatz. Die größte Frechheit finde ich ja immer, dass sie mit den anderen Zweibeinern reden darf, ich aber nicht mit meine Klassenkameraden. Gerechtigkeit ist da ja wohl was anderes. Aber ok, dafür musste sie ein paar Bocksprünge von mir wegstecken, so. In der Gruppe war nämlich ein schwarzer Schäferhund dabei, den ich ganz spannend fand. Er fand mich zwar mehr zum anknurren, weswegen Frauchen mich wohl noch weniger zu ihm lassen wollte. Aber ich musste ihm irgendwie sagen, dass ich Wookiee bin. Auch wenn ich den besten Platz zwischen Luna und Quentin hatte – ich musste dem Kerl unbedingt mal am Hintern schnuffeln. Rückwärtsgang rein, mit Frauchen aus der Reihe tanzen und dann hinten anschließen. Frauchen fand die Idee ja eigentlich gar nicht blöd, weil sie meinte, dass wir da unser eigenes Tempo gehen könnten. Aber das Spiel fand ich doof. Vor mir war der Schäferhundhintern 😉 Hirn ausschalten, losstürmen und Frauchen ins Schwitzen bringen – so macht Schule Spaß 🙂 Damit Frauchen dann auch mal wieder Luft holen kann, habe ich die letzten Aufgaben mit ihr gut gemacht. Allerdings hat sie auch so viel Abstand zu den andren gelassen, dass ich da nicht nur einen Bocksprung hätte machen müssen, um hinzukommen. Das wäre dann doch übertrieben gewesen.

Nach der Gruppenarbeit meinte Frauchen, dass ich in die Nachhilfe komme, wenn ich weiter so rumspinnen würde. Ich und spinnen. Pf. Aber ok – dann mache ich halt anständig mit. Nachdem Quentin und Luna ihre Aufgaben gemacht hatten, kamen wir dran. Zuerst musste ich nur rumliegen, während Luna mit ihrem Frauchen gelaufen ist. Dann sollte sich Luna hinlegen und ich musste mit Frauchen laufen. Frauchen fand mich toll und meine Lehrerin fand meine Grundstellung schön und war begeistert davon, wie schnell ich mich hinsetze, wenn Frauchen stehen bleibt. Ja aber hallo – meinte die etwa, dass ich gar nichts kann?! Sitzen bleiben während Frauchen weg ist hab ich auch mit einem Lob von der Lehrerin gemacht – tja… so kann man sich in einem Wookiee täuschen 😉 Nachdem wir alle Aufgaben gelöst haben, sollte ich mich wieder hinlegen und Quentin musste nochmal ein wenig mit seinem Herrchen üben. Die arme Socke. Da bleib ich wirklich lieber liegen 😉

Als er dann allerdings Schule aus hatte und der nächste kam, da musste ich doch glatt aufspringen. Denn…. Trommelwirbel… der schwarze Schäferhund kam wieder auf den Platz. Und da war er wieder, der Wookelsche Aussetzer 😉 Frauchen sollte dann mit mir um den Schäferhund herumlaufen, ohne dass ich mich ablenken lasse. Aber nachdem ich die letzten Aufgaben schon so gut gemacht hatte, fand ich, dass das ausgereicht hat und jetzt wieder Zeit für Wookiee-Blödsinn war. Wenn ich nicht aufpasse, soll Frauchen mal mit der Leine arbeiten, damit ich aufmerksam werde – ich könne das bei dem Fell ab, meinte meine Lehrerin zu meinem Unfug. Zum Glück habe ich Frauchen am anderen Ende der Leine, die solche Sachen nicht macht. Wenn man sich da andre Hunde anschaut…
Wir sollten dann noch ein wenig Slalom laufen, bis wir am Zaun angekommen sind, was ich ja recht spannend find, weil Frauchen da immer irgendwann die Richtung wechselt. Also bin ich wieder mit ihr mitgegangen. …und meine Lehrerin auch. Die meinte dann doch glatt zu Frauchen, dass sie die Befürchtung hätte, ich würde Frauchen über den Kopf wachsen.

Frauchen hat mich angeschaut und meinte, dass wir das nun davon hätten, weil ich so bekloppt bin. Was auch immer sie mir damit sagen wollte, in einem sind wir uns einig: Ich bin, wie ich bin und das findet mein Frauchen und ich gut so. Erst recht, weil ich noch nicht mal ein Jahr alt bin und sie genauso der Meinung ist wie ich, dass man da ab und an noch Blödsinn machen darf. Natürlich hat sie das auch meiner Zweibeinermama erzählt (VIELE GRÜSSE an dieser Stelle 😉 ) und sie meinte zu Frauchen, dass viele Berner unterschätzen und damit nicht klar kommen, wenn sie lebhafter sind. Ja genau. Wir sind Bernerwäldler 🙂

…und ich freu mich schon riesig auf meine Obedience-Stunde und die Flächensuche. Das ist nämlich viel spannender als da dämlich auf dem Platz herumzulatschen und nicht schnüffeln zu dürfen.

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